Warum die Besten negatives Feedback brauchen

In der Arbeitswelt existiert ein kurioses Phänomen, und jeder Arbeitgeber sollte es fest ins Auge fassen, sonst droht Ungemach. Dieses Phänomen heisst “negatives Feedback”. Die Sache damit ist: Angestellte verzehren sich danach, aber Vorgesetzte wollen es nicht geben.

So überraschend es klingen mag: Auf 1 Angestellten, der sich um negatives Feedback drückt, kommen deren 3, die es sich öfter wünschen. Zu dieser beeindruckenden Einsicht gelangte jüngst die Consulting-Firma Zenger Folkman im Rahmen einer internationalen Umfrage. Die Erklärung ist im individuellen Streben nach Fortschritt zu suchen, denn konstruktives Feedback ist eine Voraussetzung für persönliche Entwicklung. So waren überwältigende 92 Prozent der Befragten einverstanden mit der Aussage: “Angemessen vermitteltes negatives Feedback hilft meine Leistung zu verbessern.”

Ein simpler, aber überraschender Befund

Diese Schlüsselerkenntnis zum Phänomen “Negatives Feedback” fassen Zenger Folkman in einer simplen Visualisierung zusammen:

Die Grafik zeigt deutlich: Feedback wird ungern gegeben, ganz besonders negatives Feedback (linke Seite der Grafik).

Das liegt aber nicht daran, dass das Feedback negativ wäre. Denn negatives Feedback zu bekommen, ist für doppelt so viele Angestellte wertvoll wie positives Feedback (rechte Seite der Grafik).

Der Grund dafür liegt auf der Hand. Drei Viertel der befragten Arbeitnehmer gaben nämlich an, dass sich ihre Arbeitsleistung verbessern würde, wenn sie von ihren Vorgesetzten häufiger korrigierendes Feedback erhielten. Angestellte wollen also von Ihnen Vorschläge bekommen, wie sie sich verbessern können!

Diese Ergebnisse sind an sich schon interessant. Aber sie sind auch hochrelevant, denn sie brechen mit vielen Annahmen, die wir über negatives Feedback haben.

Take Home Message: “Ohne Feedback kein Engagement”

Unser eben erwähnter Irrglauben trägt wesentlich die Schuld daran, dass es in der Arbeitswelt notorisch an dringend benötigtem Feedback fehlt. In einer von Gallup durchgeführten Umfrage beklagte mehr als die Hälfte der befragten Angestellten, dass sie im Arbeitsalltag schlicht nicht genügend Rückmeldung erhielten. Gerade einmal 1 von 4 Personen konnte bestätigen, dass sie von ihren Vorgesetzten überhaupt je hilfreiches und bedeutsames Feedback erhalten hatte.

Damit ist das Feedback-Dilemma zweischneidig: Nicht nur wird Feedback zu selten gegeben — es kommt häufig auch vage und darum wenig hilfreich bis unverbindlich daher.

Dabei sind die Effekte von zeitnahem, anwendbarem Feedback mehr als verheissungsvoll: Das Engagement der Angestellten steigt um mindestens das Dreieinhalbfache in die Höhe.

Die Motivation in Teams spiegelt 1:1 das Feedback, das dort gegeben wird:

Quelle: Gallup Re-Engineering Performance Management

Schlüsselqualifikation “Negatives Feedback”

Nun, alle Daten der Welt allein schaffen eine grundlegende Crux noch nicht aus der Welt: Wir wollen Feedback erhalten, aber niemand will es geben. Anstatt in dieser Frage das Management sich selbst zu überlassen, täten Firmen darum gut daran, ihre Führungspersonen darin zu schulen, wie sie mit Feedback das Engagement steuern und Entwicklungen lenken (können). Unternehmen profitieren nachhaltig davon, wenn Vorgesetzte wissen, wie sie Lob und konstruktive Kritik als Arbeitsinstrumente einsetzen müssen. Nicht nur erhöhen Sie damit die Produktivität, sondern auch die Arbeitszufriedenheit und Motivation.

Wer das Feedback-Dilemma auflöst, entwirrt darüber hinaus gleich zwei weitere Knoten des Talent-Management, nämlich die Mitarbeiterentwicklung und die Fluktuationsraten. Und das sind langsam schon sehr viele Gründe, warum richtig Feedback geben zu können zu den Schlüsselqualifikationen von Führungspersonen gehören muss.

Wenn Sie daran interessiert sind, mehr darüber zu erfahren, wie Ihre Firma eine Feedback-Kultur aufbauen kann und gleichzeitig den Führungspersonen das Feedback-Geben erleichtert, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir bieten Ihnen eine cloud-basierte Applikation an, welche fortlaufendes Echtzeit-Feedback und regelmässige Gespräche zwischen Managern und Mitarbeitern ermöglicht. Das Resultat ist ein kontinuierliches Performance-Management, welches Ihre Talente motiviert, stärkt und auf die Top-Prioritäten Ihrer Organisation ausrichtet.